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AKTUELLE FORSCHUNGSPROJEKTE

Ernährung und sexuelle Funktion bei Frauen

Vielen Faktoren können sich auf die sexuelle Funktion und Zufriedenheit der Frau auswirken. So zum Beispiel hat bisherige Forschung aufgezeigt, wie Gewicht und Body Mass Index (BMI) die sexuelle Funktion von Frauen beeinträchtigen können, einerseits via physiologische (u.a. hormonelle) Mechanismen aber auch durch beeinflussen des Körperbilds und Selbstvertrauen. Spezifischere Studien, welche z.B. die Rolle des Magen Mikrobioms genauer unter die Lupe nehmen, gibt es bisher noch keine. Diese Lücke wollen wir schliessen. Jüngste Mikrobiom-weite Assoziationsstudien in grossen Populationskohorten haben Zusammenhänge zwischen dem Darm Mikrobiom und verschiedenen Erkrankungen und Störungen finden können. Darunter fallen Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Stress, Angststörungen, Depression und hormonelle Ungleichgewichte.  Viele dieser Faktoren beeinflussen auch die Sexualität, was vermuten lässt, dass sich das Magen Mikrobiom auch auf die Sexualität auswirkt.

Masturbationsverhalten bei Männern und Frauen

Masturbation und Autoerotik gehören zu den meist diskutierten und nach wie vor kontroversesten Themen der Sexualwissenschaften. Erst kürzlich hat sich auch die wissenschaftliche Forschung dem Thema angenommen und entsprechend klein präsentiert sich die Zahl der Studien. Noch wissen wir wenig über die spezifischen Masturbationstechniken, die Auswirkungen von exzessivem Masturbieren oder was die Motivationen und Gründe für Masturbation oder  autoerotische Abstinenz sind.  Zur Zeit führen wir am ISCSS zwei explorative Onlinestudien zu Masturbationsverhalten bei Männern und Frauen durch um genau darüber mehr herauszufinden.

Postkoitale Dysphorie

Einige Menschen empfinden Traurigkeit und zeigen Symptome von Verstimmung nach eigentlich befriedigender sexueller Akttivität. Dieses Phänomen nennt man Postkoitale Dysphorie (Postcoital Dysphoria, PCD).  Ziel unserer Studienserie zu PCD ist es, mehr über die Prävalenz, Geschlechtsverteilung und die zugrundeliegende Ätiologie zu erfahren. Zudem sind wir an der Entwicklung eines standardisierten und validierten Erfassungsinstruments beteiligt, welches die Erhebung transkulturell vergleichbarer Daten ermöglichen wird. Wer teilnehmen möchte kann auf den nachfolgenden Link klicken. Zur Zeit führen wir die Studie nur in englischer Sprache durch: https://www.surveymonkey.de/r/postcoitaldysphoriaE

Ejakulationsprobleme

Ejakulationsprobleme gehören zu den häufigsten männlichen Sexualstörungen und haben nicht nur erheblichen negativen Einfluss auf den Mann sondern wie einige Studien bereits aufzeigen konnten, auch auf den/die Partner/in. Vor allem vorzeitiger Samenerguss ist sehr gut erforscht, wohingegen so gut wie nichts in Bezug auf die negativen Auswirkungen auf Partner und Partnerschaft bei verzögerter Ejakulation, Anejakulation oder retrograder Ejakulation bekannt ist. Beginn der Studie ist für Ende 2019 geplant.

 

Sexuelle Lustlosigkeit bei Männern

Vorzeitiger Samenerguss und Erektile Dysfunktion gehören zu den zwei häufigsten Sexualstörungen des Mannes. Nur wenig wissen wir über sexuelle Lustlosigkeit, obwohl die Prävalenzen die letzten Jahren kontinuierlich zugenommen haben. In dieser Längsschnittstudie, die Ende 2019 starten soll interessieren wir uns besonders für die Prävalenz, den Verlauf, Altersgruppen, Risiko und Resilienzfaktoren, sowie die persönlichen und partnerschaftlichen Konsequenzen von sexueller Lustlosigkeit.

Genitalschmerzen bei Frauen

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind relativ häufig und betreffen bis zu 21% der weiblichen Population. In einer aktuellen Längsschnittstudie interessieren wir uns für den Einfluss der Depression und von Schmerzkatastrophisierung auf die Entstehung und die Aufrechterhaltung sexueller Genitalschmerzen bei der Frau. 

 

Peyronie’s Krankheit

Peyronie’s Krankheit ist eine Bindegewebserkrankung des Penis zur Bildung fibrinöser Plaques am Penisschaft kommt. Dies führt oft zu einer Verkrümmung und in deren Folge zu Verkleinerung/Schrumpfen des Penis und beträchtlichen Schmerzen während der Erektion. Die Krankheit hat nicht nur negative Effekte auf die Sexualität aufgrund der Schmerzen aber auch der verminderten Erektionsfähigkeit, sondern beeinträchtigt auch das sexuelle und psychische Wohlbefinden der Betroffenen und führt nicht selten zu Depressionen. In einer aktuellen Studienreihe untersuchen wir: 1. die Auswirkungen der IPP auf den Patienten und deren Partner 2. die Behandlungszufriedenheit und Effektivität eines multimodalen Therapieansatzes. 3. Aktuelle Behandlung und Versorgung in der klinischen Praxis.

 

Peyronie’s Krankheit: Äquivalent bei Frauen?

Die Frage, welche uns interessiert ist ob es fibroproliferative Veränderungen ähnlich der IPP beim Mann auch bei der Frau gibt. Falls ja, beeinträchtigen diese ihre sexuelle Funktions- und Orgasmusfähigkeit. Dies herauszufinden ist Ziel einer aktuellen Studie, welche als Multi-Zenter Projekt Mitte 2019 starten soll. Noch suchen wir dafür interessierte Kollaboratoren (Hauptsächlich Gynäkologen und Handchirurgen).